Infos über Fischarten

Aal

Lateinischer Name: Anguilla anguilla L.

Weitere Namen: Flußaal, Gelbaal, Silberaal,Blankaal, Steigaal, Glasaal, Eel (engl.), Anguille (frz.)

Merkmale: Größe/Gewicht: Männliche Aale bis 50 cm lang und ca. 0,2 kg schwer, Weibchen dagegen bis 1,50 m lang und bis zu 6 kg schwer. Körperform: Der Aal hat einen schlangenartiger Körper. Flossen: Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen Flossensaum. Der Ansatz der Rückenflosse liegt weit hinter der Spitze der Brustflossen. Der Aal besitzt keine Bauchflossen. Haut/Schuppen: In der schleimigen Haut liegen winzige, länglich-ovale Schuppen. Färbung: "Gelbaale" (so werden Jungaale während der Wachstumsperiode genannt) haben einen oliv- oder graubraunen Rücken und einen gelblichen Bauch. Nach ca. 4-10 Jahren im Süßwasser beginnt eine Umwandlung. Der Rücken wird dunkel graugrün und die Flanken und der Bauch glänzen stark silbern. Daher werden die Aale zu dieser Zeit auch "Blankaale"genannt
Ökologische Ansprüche: Der Aal ist ein katadromer (zum Laichen ins Meer ziehender) Wanderfisch, der als Jungaal (Glasaal) vom Meer bis in die Barbenund Äschenregionen aufsteigt. Glasaale sind imstande, sogar den Rheinfall bei Schaffhausen zu überwinden. Aale sind lichtscheu und halten sich tagsüber in Verstecken (Schlammbänke, Wurzelwerk etc.) auf, um bei Einbruch der Dunkelheit auf Nahrungssuche zu gehen. In der Freßphase lebt der Gelbaal von Insekten, Schnecken, Muscheln, Flußkrebsen, kleinen Fischen, Fröschen und Mäusen. Außerdem ist er ein ausgesprochener Brut- und Laichräuber. Nach 15-18 Jahren Süßwasseraufenthalt wandelt sich der Gelbaal in die geschlechtsreife Form um, den Blankaal: der Darm schrumpft, die Gonaden entwickeln sich, die Bauchseite färbt sich silbern und die Augen werden größer. Zum Ablaichen wandern die Fische in die Sargasso-See (Westatlantik). Die genauen Einzelheiten der Fortpflanzung konnten bis heute noch nicht geklärt werden.
Vorkommen in Europa: Der Aal ist in allen stehenden und fließenden Gewässern Europas verbreitet, die mit dem Atlantik und seinen Nebenmeeren in Verbindung stehen. In den Zuflüssen des Schwarzen Meeres gibt es nur vereinzelte Vorkommen. In Norwegen ist der Aal ganzjährig geschützt.

Aland

Lateinischer Name: Leuciscus idus L.

Weitere Namen: Nerfling, Orfe, Ide (engl.), Ide (frz.)

Merkmale: Größe: 30-50 cm, max. 80 cm. Gewicht: Bis etwa 8 kg. Körperform: Der Körper des Aland ist gestreckt, leicht hochrückig und seitlich abgeflacht. Der kleine Kopf besitzt eine enge, etwas schräg nach oben gerichtete Mundspalte. Flossen: Die Rückenflosse hat 11-12, die Afterflosse 12-14 Strahlen. Die Afterflosse ist außerdem am Rand eingebuchtet. Schuppen: Der Aland besitzt 55-61 kleine Schuppen entlang der Seitenlinie. Färbung: Der Rücken ist grün- bis schwarzgrau gefärbt. Die Flanken sind heller und glänzen stark silbern. Der Bauch ist weißlich. Die Augen des Aland sind gelb. Rücken- und Schwanzflosse haben eine graublaue Farbe, alle anderen Flossen sind rötlich .  
Ökologische Ansprüche: Der Aland lebt als Oberflächenfisch bevorzugt in größeren Fließgewässern und auch in Seen. Im Ostseeraum wird diese Art auch im Brackwasser angetroffen. Er ernährt sich vorwiegend von kleineren Wirbellosen (Würmer, Flohkrebse, Insektenlarven, Weichtiere). Größere Exemplare fressen auch Fischbrut und Jungfische. Der Aland kann Längen von 70 - 80 cm und ein Gewicht bis zu 8 kg erreichen. Zur Laichzeit (April-Juni) sammeln sich die geschlechtsreifen Fische, um in großen Schwärmen kurze Strecken flußaufwärts zu ihren Laichgründen zu wandern. An sandig-kiesigen Flachwasserstellen am Ufer werden unter heftigen Paarungsspielen die Eier (40.000 - 115.000/Weibchen) abgelegt und besamt. Die klebrigen Eier sinken zu Boden und haften am Substrat. Nach einigen Tagen ziehen die Elterntiere wieder flußabwärts. Die schlüpfenden Jungfische verlassen nach einigen Wochen ebenfalls die Laichgründe, um in ruhigeren Flußbereichen aufzuwachsen.
Vorkommen in Europa: : Der Aland kommt in Europa im Rhein und östlich davon sowie nördlich der Alpen vor. Seine natürlichen Verbreitungsgrenzen liegen im Norden etwa am Polarkreis und reichen im Osten weit nach Sibirien hinein.

Äsche

Lateinischer Name: Thymallus thymallus L.

Weitere Namen: Asch, Aescher, Mailing, Grayling (engl.), Ombre (frz.)

Merkmale: Größe: 25-30 cm, max. bis 60 cm. Gewicht: Bis max. 3 kg. Körperform: Die Äsche hat einen mäßig langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Der Kopf ist klein und besitzt eine spitze Schnauze. Flossen: Die Rückenflosse ist auffallend hoch und lang. Ihr Ansatz liegt weit vor dem der Bauchflosse. Zwischen Rücken- und Schwanzflosse befindet sich eine Fettflosse. Rückenund Afterflosse sowie die Bauchflossen sind beim Männchen größer als beim Weibchen. Schuppen: Die Äsche hat 74-96 Schuppen entlang der Seitenlinie. Färbung: Der Rücken ist graugrün oder bläulichgrau, Flanken und Bauch silberweiß bis messingfarben gefärbt. Der Rücken und die Flanken sind außerdem mit schwarzen Flecken unregelmäßig gesprenkelt. Die graue Rückenflosse trägt 4-5 Reihen rötlicher Augenflecken. Zur Laichzeit haben Bauch und Flanken einen roten Schimmer .
Ökologische Ansprüche: Die Äsche ist ein Standfisch von kühlen, klaren, schnellfließenden größeren Bächen (ab 5-6 m Breite) und kleineren Flüssen. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Äschenregion. Die Äsche kann eine maximale Länge von 60 cm und ein Gewicht von 3 kg erreichen. Von der Ernährung her ist die Äsche ein ausgesprochener Kleintierfresser (Insekten, Bachflohkrebse). Größere Exemplare fressen gelegentlich auch Kleinfische (z.B. Elritzen) oder dezimieren die eigene Brut. Zur Vermehrung (März/April) sucht die Äsche in ihrer direkten Umgebung geeignete Laichplätze mit SandKies-Sedimenten auf. Bevorzugt werden Übergangsbereiche zwischen starker Strömung und Stillwasserzone (v = 0,4-0,7 m/s), sowie Wassertiefen von 20-40 cm. Hier werden bei Temperaturen ab ca. 8  C flache Laichgruben (4 cm tief) geschlagen und etwa 3.000 - 6.000 Eier von 4 mm Durchmesser abgelegt . Vor dem Laichakt zeigen die Männchen ein stark ausgeprägtes Revierverhalten und es kommt zu Kämpfen um die Laichplätze .
Vorkommen in Europa: Das Verbreitungsgebiet der Äsche erstreckt sich über fast ganz Europa. Sie fehlt in Spanien, Süditalien, Irland und in den meisten Flüssen der norddeutschen Tiefebene.

Bachforelle

Lateinischer Name: Salmo trutta f. fario L

Weitere Namen: Bergforelle, Steinforelle, Brown Trout (engl.), Truite (frz.)

Merkmale: Größe: 20-40 cm, max. 50 cm. Gewicht: bis zu 9 kg. Körperform: Der Körper der Bachforelle ist langgestreckt, seitlich abgeflacht und hat einen hohen Schwanzstiel. Je nach Lebensraum liegt der Rücken höher oder tiefer. Flossen: Bei den Jungtieren ist der Hinterrand der Schwanzflosse eingebuchtet, bei den älteren Tieren hingegen gerade.Zwischen Rücken- und Schwanzflosse befindet sich eine Fettflosse. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 110-120 kleine Schuppen, zwischen Fettflosse und Seitenlinie 14-19 (meist 16). Färbung: Die Farbe der Bachforelle variiert je nach Standort stark von grünlich bis bräunlich. Auf den Flanken befinden sich dunkle, unterhalb der Seitenlinie rote, hell umrandete Flecken. Die Fettflosse ist hell gefärbt und hat rote Tupfen. Die Jungtiere besitzen außerdem 6-9 dunkle Querbinden .
Ökologische Ansprüche:

Ein guter Forellenbach zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Habitate aus: tiefe Kolke und Gumpen für große Forellen, unterspülte Wurzeln und Sträucher für 1- 2 sömmrige Tiere sowie flache Bachabschnitte mit überhängenden Uferpflanzen oder reichen Unterwasserpfanzenbeständen als Aufwuchsplätze für die Brut. Weiterhin muß das Bachsystem in linearer Richtung durchgängig sein, da die Bachforelle zur Laichzeit (November-Dezember) kleinere und kleinste Nebenbäche aufsucht, um hier auf sandig-kiesigen, schnell durchströmten Flachwasserbereichen abzulaichen. Hier schlägt das Weibchen eine Laichgrube von 15-30 cm Tiefe. Die Eier (ca. 1.500-2.000/kg; 4,5-5,8 mm Durchmesser) werden abgelegt, besamt und wieder mit Kies bedeckt. Die Elterntiere wandern anschließend in ihre Reviere zurück.

Die Nahrung der Forelle besteht vorwiegend aus Krebsen, Würmern, Schnecken und Insekten (Fliegenfischerei!) und gelegentlich aus kleineren Fischen. Bei entsprechendem Nahrungsangebot und größeren Wassertiefen können Bachforellen Gewichte bis zu 9 kg erreichen . In einem typischen Forellenbach kommen neben der Bachforelle noch die Koppe und das Bachneunauge vor. Das Auftreten all dieser drei Arten spricht für ökologisch noch intakte Gewässer

Vorkommen in Europa: : Die Verbreitung der Bachforelle erstreckt sich über ganz Mitteleuropa von Spanien bis Skandinavien. Außerdem kommt sie in Island, Nordafrika und im Kaukasus vor. Die Bachforelle ist ein Standfisch von klaren, kühlen, sauerstoffreichen und schnell fließenden Bächen des Mittelgebirges und der Ebene (Quellregion und Oberläufe der Gewässer). Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Forellenregion. Sie ist standorttreu, ausgesprochen revierbildend und auf Versteckmöglichkeiten angewiesen.

Barbe

Lateinischer Name: Barbus barbus L

Weitere Namen: Flußbarbe, Pigge, Schnutenhecht, Barbel (engl.), Barbeau (frz.)

Merkmale: Größe: 30-50 cm, max. 1 m. Gewicht: Bis zu 12 kg. Körperform: Die Barbe hat einen langgestreckten, schlanken Körper. Auffallend ist die fast gerade Bauchlinie und der nur wenig gewölbte Rücken. Die Schnauze ist rüsselartig verlängert und zeigt ein unterständiges Maul mit wulstigen Lippen und Bartfäden an den Oberlippen. Flossen: Die Rückenflosse hat 11-12 Strahlen, von denen der längste verknöchert und am Hinterrand gesägt ist. Die Afterflosse hat 8 Strahlen. Die Schwanzflosse ist eingeschnitten. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 55-65 mittelgroße Schuppen. Färbung: Je nach Aufenthaltsort kann die Farbe stark variieren. Der Rücken ist meist braun bis graugrün gefärbt. Die Flanken sind heller und glänzen goldfarben. Der Bauch ist weiß und schimmert oft rötlich. Die Grundfärbung der Flossen ist grünlichgrau; Brust- und Bauchflossen, Afterflosse sowie der Unterlappen der Schwanzflosse sind zusätzlich rötlich gefärbt. Bei der Barbe kommen Goldvarianten vor (Goldbarbe) .
Ökologische Ansprüche: Die Barbe lebt als geselliger Grundfisch in größeren, klaren Fließgewässem mit stärkerer Strömung und sandig-kiesigem Bodensubstrat. Sie ist der Leitfisch der nach ihr benannten Barbenregion (Mittellauf der Fließgewässer). Sie wandert allerdings auch in die Äschen- oder Brassenregion ein. Tagsüber hält sich die Barbe in Gruppen (bis zu einigen hundert Tieren) hinter Wehren, Brückenpfeilern sowie in tiefen Kolken auf, um bei Einbruch der Dämmerung den Flußgrund "abzuweiden" (Bodentiere, Pflanzen, Kleinfische). Barben können Maximalgrößen bis zu 1 m Länge und 10-12 kg Gewicht erreichen.Zur Laichzeit (Mai-Juli) ziehen die Barben in großen Schwärmen flußaufwärts, um ihre in der Äschenregion gelegenen Laichgebiete (Kieslaicher) aufzusuchen. Die Eier (ca. 3.000- 9.000/Weibchen) werden in Etappen abgegehen und bleiben zwischen den Lücken des Laichsubstrates liegen. Nach der Vermehrung wandern die Elterntiere in ihre angestammten Wohnbereiche zurück.
Vorkommen in Europa: Außer in Irland, Schottland, Dänemark und Skandinavien kommt die Barbe in fast ganz West- und Mitteleuropa vor.

Barsch

Lateinischer Name:Perca fluviatilis L

Weitere Namen:Flußbarsch, Perch (engl.), Perche (frz.)

Merkmale: Größe: 20-35 cm, max. bis 50 cm. Gewicht: Bis ca. 1 kg. Körperform: Der Barsch hat, abhängig vom Wohngewässer, einen mehr oder weniger hochrückigen Körper. An der stumpfen Schnauze befindet sich eine weite, endständige Mundspalte. Der Kiemendeckel ist nach hinten spitz zulaufend und trägt einen starken Dorn. Flossen: Der Barsch besitzt 2 Rückenflossen. Diese sind gleich lang, wobei die erste 13-15 Stachelstrahlen und die zweite 1-2 Stacheln und 19-23 Gliederstrahlen hat. Die Afterflosse besitzt 2 Stachel- und 11-13 Gliederstrahlen. Schuppen: Der Körper ist mit kleinen Kammschupppen bedeckt. Entlang der Seitenlinie liegen 80-97 Schuppen. Färbung: Der Rücken des Barsches kann dunkelgrau, bläulich oder olivfarben sein. Die Flanken sind heller und haben 6-9 dunkle Querbinden oder auch gegabelte Streifen. Der weiß- bis rötliche Bauch glänzt silbrig. Am Hinterrand der ersten Rückenflosse befindet sich ein schwarzer Fleck. Bauchflossen und Afterflosse sind rötlich gefärbt .
Ökologische Ansprüche: Er ist ein euryöker (anpassungsfähiger) Standfisch von stehenden und langsam fließenden Gewässern mit hartem Grund. Junge Barsche leben meist in Ufernähe und ernähren sich von kleinen Wirbellosen (Würmer, Insekten, Schnecken) sowie von Fischlaich und -brut. Größere Exemplare halten sich bevorzugt in der Freiwasserzone auf und fressen vorwiegend Fische sowie gelegentlich auch Großkrebse. Die Laichzeit erstreckt sich - je nach Gewässer - von März bis Juni. Die Fische wandern teilweise kurze Strecken flußaufwärts, um an flachen Uferstellen abzulaichen. Hier werden die ca. 1,5 - 2 mm großen Eier (3.000 - 300.000/Weibchen) in Form von langen, netzartigen Gallertschnüren an Wasserpflanzen, Steinen oder Ästen abgelegt.
Vorkommen in Europa: Der Barsch kommt mit Ausnahme Spaniens, der westlichen Balkanhalbinsel, Italiens, Schottlands und Nordnorwegens in fast allen Binnengewässern Europas und im Brackwasser der Ostsee vor.

Bitterling

Lateinischer Name:Rhodeus sericeus amarus [BLOCH]

Weitere Namen: Bitterfisch, Schneiderkarpfen, Bitterling (engl.), Bouvière (frz.), Petènse (frz.)

Merkmale: Größe: 5-6 cm, max. 9 cm. Körperform: Der Körper des Bitterling ist hochrückig und seitlich abgeflacht geformt. Flossen: Die Afterflosse hat 11-13, die Rückenflosse 12-13 Strahlen. Schuppen: In einer Längsreihe liegen jeweils 34-38 große Schuppen. Die Seitenlinie erstreckt sich nur über 5-6 Schuppen. Färbung: Der Rücken ist graugrün bis schwärzlich gefärbt. Die Flanken sind heller und glänzen silbern. Eine blaugrün schimmernde Längsbinde zieht sich von der Seitenmitte bis zur Schwanzflosse. Der Bauch ist weiß und schimmert rosa. Während der Laichzeit färben sich Kehle, Brust und vorderer Bauch des Männchens rot. Rücken und Hinterkörper schimmern dann bläulichgrün .
Ökologische Ansprüche: Der Bitterling lebt schwarmweise sowohl in kleinen stehenden (Teiche, Seen, Altarme) als auch in langsam fließenden Gewässern mit sandigem oder schlammigem Untergrund. Hier besiedelt er bevorzugt die pflanzenreichen Uferzonen. Er kommt nur in Vergesellschaftung mit Teich- oder Flußmuscheln der Gattungen Anodonta und Unio vor.
Er ernährt sich vorwiegend von pflanzlichem Material, aber auch von kleinen Wirbellosen (Würmer, Kleinkrebse, Insektenlarven). Zur Laichzeit (April - Juni) sucht sich das nun prächtig bunt gefärbte Männchen eine Muschel aus, die es gegenüber anderen Rivalen verteidigt. Es führt ein Weibchen, dem eine Legeröhre gewachsen ist, an diese Muschel und veranlaßt es, Eier in den Kiemenraum der Muschel abzulegen, um sie dann zu besamen. Der Laichvorgang wiederholt sich mehrmals, auch mit verschiedenen Partnern. Insgesamt werden pro Weibchen höchstens 40 -100 Eier in verschiedene Muscheln abgelegt.
Bis zum Verzehr des Dottersackes verbleiben die Larven geschützt im Kiemenraum der Muscheln und werden erst als ca. 1 cm lange, schwimmfähige Jungfische ausgestoßen.
Vorkommen in Europa: Der Bitterling ist in fast ganz Mittel- und Osteuropa nördlich der Alpen verbreitet. Er fehlt jedoch auf den Britischen Inseln und in Skandinavien.

Brasse

Lateinischer Name: Abramis brama L.

Weitere Namen: Blei, Brachsen, Bressen, Bresen, Bream (engl.), Brème (frz.)

Merkmale: Größe: 30-50 cm, max. 75 cm. Gewicht: 7-10 kg. Körperform: Der Brassen besitzt einen extrem hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper mit stumpfer Schnauze. Flossen: Die Rückenflosse hat 12, die Afterflosse 26-31 Strahlen. Die Brustflossen dehnen sich bis zum Ansatz der Bauchflossen hin aus. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 50-57 Schuppen. Färbung: Der Rücken des Brassen ist bleigrau bis schwärzlich gefärbt und glänzt meist grün. Die Flanken sind heller und glänzen metallisch. Der Bauch ist weißlich mit Perlmuttglanz. Die unpaaren Flossen haben eine dunkelgraue, die Paarflossen eine hellgraue Farbe. Ältere Tiere zeigen meist einen Goldglanz .
Ökologische Ansprüche: Der Brassen ist ein Standfisch von großen, stehenden und langsam fließenden Gewässern mit weichgründigschlammigem Bodensubstrat. Er ist der Leitfisch der nach ihm benannten Brassenregion.
Während die Jungfische vorwiegend in Ufernähe zwischen Wasserpflanzen auf Nahrungssuche gehen, halten sich die erwachsenen Tiere tagsüber schwarmweise in größeren Tiefen auf und kommen erst nachts in flache Wasserbereiche. Hier weiden sie systematisch ganze Uferbereiche ab (Tubifex, Chironomiden, Schnecken und Muscheln).
Die Vermehrung erfolgt im Mai - Juli. Die Fische ziehen in Schwärmen zu flachen, pflanzenreichen Uferstellen. Unter heftigen Paarungsspielen werden 200.000 - 300.000 klebrige Eier von 1,6 - 2 mm Durchmesser an Pflanzenstengeln abgelegt.
Vorkommen in Europa: Die Verbreitung des Brassens erstreckt sich vom Kaspischen Meer und vom Ural bis Westfrankreich, Irland und Skandinavien. Er fehlt auf der Pyrenäenhalbinsel.

Döbel

Lateinischer Name: Leuciscus cephalus L.

Weitere Namen:Aitel, Dickkopf, Chub (engl.), Meunier (frz.)

Merkmale: Größe: 30-40 cm, max. bis 60 cm. Gewicht: Bis zu 8 kg. Körperform: Der Körper des Döbel ist spindelartig und fast drehrund geformt. Der breite und dicke Kopf (Kickkopf, Hartkopf) hat eine weite Mundspalte. Flossen: Die Rückenflosse hat 11-12, die Afterflosse 10-12 Strahlen. Die Afterflosse ist außerdem am Rand nach außen gewölbt. Schuppen: Der Döbel besitzt große, derbe Schuppen, die dunkel umrandet sind (Netzzeichnung). 44-46 solcher Schuppen liegen entlang der Seitenlinie. Färbung: Der graubraune Rücken schimmert grünlich. Die silbrigen Flanken haben oft einen Goldglanz. Der Bauch des Döbel ist weißlich; Bauchflossen und Afterflosse sind rot .
Ökologische Ansprüche: Der Döbel - als eine euryöke (anpassungsfähige) Art - lebt bevorzugt in Fließgewässern, und zwar von der Unteren Forellenregion bis zur Brassenregion. Gelegentlich kommt er auch in Seen vor und besiedelt im Ostseeraum auch den Brackwasserbereich.
In seiner Jugend ist er ein geselliger Oberflächenfisch, der sich vorwiegend von Würmern, Kleinkrebsen, Insektenlarven, Weichtieren und von Pflanzenkost ernährt. Größere Döbel werden zu Einzelgängern, die sich räuberisch ernähren (Fische, Frösche und Krebse).
Die Vermehrung erfolgt in den Monaten April - Juni. Die klebrigen 1,5 - 2 mm großen Eier (ca. 45.000/kg Körpergewicht) können sowohl auf SandKies-Substraten als auch auf Steinen und Unterwasserpflanzen abgelegt werden.
Der Döbel ist der wichtigste Wirtsfisch für die Verbreitung der Larven (Glochidien) der vom Aussterben bedrohten Bachmuschel (Unio crassus).
Vorkommen in Europa: Der Döbel ist in weiten Teilen von Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Er fehlt in Dänemark, Nordschottland, Südwestengland, Irland, Nordschweden und Nordnorwegen.

Giebel

Lateinischer Name: Carassius auratus gibelio L

Weitere Namen: Goldfisch (Farbvarietät), Crucian carp (engl.), Goldfish (engl.), Cyprin dor (frz.)

Merkmale: Größe: 15-35 cm, max. bis 45 cm. Gewicht: Bis zu 3 kg. Körperform: Der Giebel hat einen gestreckten, mehr oder weniger hochrückigen Körper, der seitlich abgeflacht ist. Flossen: Die 17- bis 25-strahlige Rückenflosse ist hoch und hat einen geraden oder nach innen gewölbten Rand. Die Afterflosse hat 8-11 Strahlen. Die Schwanzflosse zeigt eine deutliche Einbuchtung. Schuppen: Der Giebel hat große Schuppen; 28-32 liegen entlang der Seitenlinie. Färbung: Der Rücken ist hellbraun, Flanken und Bauch sind gelblich gefärbt und glänzen silbrig. Das Bauchfell ist schwarz .
Ökologische Ansprüche: Der Giebel ist ein Standfisch stehender und langsam fließender Gewässer mit weichem Grund und reichen Wasserpflanzenbeständen. Er ernährt sich von wirbellosen Bodentieren (Würmer, Schnecken, Muscheln, Insektenlarven). Die Laichzeit fällt in die Zeit von Mai - Juli. Die Eier (ca. 160.000 - 380.000/Weibchen) werden in mehreren Portionen an Wasserpflanzen abgelegt.
In Europa existieren Giebelpopulationen, die nur aus weiblichen Tieren bestehen. Dies beruht auf der Fähigkeit zur Gynogenese (Form der Jungfernzeugung). Die Weibchen lassen die Eier vom Sperma anderer Cyprinidenarten "induzieren". Hierdurch kommt es zu einer Entwicklung des Eies, allerdings ohne eine Verschmelzung mit der fremden Erbinformation. Die sich entwickelnden Fische sind alle weiblich
Vorkommen in Europa: Die ursprüngliche Heimat des Giebels liegt in Ostasien und Sibirien. Er ist durch den Menschen inzwischen weit verbreitet worden. In Japan und China werden seit über 1000 Jahren besondere Varianten des Giebels gezüchtet (Goldfisch, Schleierschwanz, Löwenkopf, etc.), die seit einiger Zeit auch in Europa gehandelt werden.

Graskarpfen

Lateinischer Name:Ctenopharyngodon idella
VALENCIENNES

Weitere Namen: Grasfisch, Weißer
Amur, Grass carp (engl.), Carpe
chinoise (franz.)

Merkmale: Größe: maximal 120 cm. Körperform: Der Graskarpfen hat einen gestreckten Körper, der dem Döbel ähnlich ist. Die stumpfe Schnauze ist zwischen den Nasenlöchern eingedellt. Dem unterständigen Mund fehlen die Bartfäden. Flossen: Die Rückenflosse hat 10, die Afterflosse hat 11 Strahlen, wovon die erste 3 ungefiedert sind. Schuppen: Der Graskarpfen hat große Schuppen, entlang der Seitenlinie zählt man 42-45. Unterhalb der Seitenlinie liegen 5 Schuppenreihen, im Vergleich dazu hat der Döbel nur 3-4 Reihen. Färbung: Der Rücken ist dunkelgrün bis grünschwarz, die Seiten sind heller. Der Bauch hat eine weifliche Färbung. Die großen Schuppen sind dunkel umrandet, so daß sie wie eine Netzzeichnung wirken .
Ökologische Ansprüche: Der Graskarpfen bevorzugt ruhige, tiefe, warme Flüsse. Die Eier werden im stark strömende Wasser über kieseigem Grund abgegeben. Schon nach ca. 40 Stunden schlüpfen die Jungfische, die sich zuerst von Kleintieren ernähren, später gehen sie zu Pflanzenkost über .
Vorkommen in Europa: Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet ist kaum noch feststellbar, da der Graskarpfen seit dem 10. Jahrhundert in China künstlich eingesetzt wurde. In Europa ist er heute weit verbreitet .

Gründling

Lateinischer Name:Gobio gobio L.

Weitere Namen: Greßling, Grundel, Gudgeon (engl.), Goujon (frz.)

Merkmale: Größe: 8-14 cm, max. bis 20 cm. Körperform: Der Körper des Gründlings ist spindelförmig, fast drehrund und hat einen kurzen, hohen Schwanzstiel. Am langen Kopf fallen große Augen, eine stumpfe Schnauze und ein unterständiger Mund auf. Flossen: Die Rückenflosse hat 9-10, die Afterflosse 8-9 Strahlen. Wie bei allen Gründlingsarten ist die Schwanzflosse gegabelt. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 40-42 große Schuppen. Färbung: Die Farbe des Rückens kann schwärzlich-, grünlich- oder bläulichbraun sein. Die Flanken sind heller und tragen längs eine Reihe dunkler, violett bis bläulich schimmernder Flecken: Der Bauch glänzt weiß. Die unpaaren Flossen sowie die Afterflosse sind dunkel gepunktet .
Ökologische Ansprüche: Der Gründling bewohnt bevorzugt Fließgewässer (von der Äschenbis zur Brassenregion) mit sandig-kiesigem Bodensubstrat. Er kommt aber auch in der Uferzone stehender Gewässer und im Brackwasser vor. Er zählt zu den euryöken (anpassungsfähigen) Fischarten. Er ist ein gesellig lebender, typischer Grundfisch, der sich von wirbellosen Bodentieren (Würmer, Krebse, Insektenlarven) und gelegentlich auch von Fischlaich ernährt.
Zur Laichzeit (Mai - Juni) unternehmen die Fische oft schwarmweise kurze, flußaufwärts gerichtete Wanderungen. Die 1,3 - 1,6 mm großen Eier (1.000 - 3.000 Stück/Weibchen) werden an Steinen oder Wasserpflanzen abgelegt.
Vorkommen in Europa: Das Verbreitungsgebiet des Gründlings erstreckt sich von Mittel- und Südsibirien bis Europa. Hier wird es im Süden durch die Pyrenäen und Alpen begrenzt. Der Gründling fehlt in Nordschweden und Norwegen.

Güster

Lateinischer Name: Blicca bjoerkna L.

Weitere Namen: Blicke, Halbbrachsen, Pliete, Rotplieten, White bream (engl.), Breme bordelière (frz.)

Merkmale: Größe: 20-30 cm, max. bis 35 cm. Körperform: Der Güster hat einen hochrückigen, seitlich deutlich abgeflachten Körper. Die Schnauze ist stumpf und der Mund halb unterständig. Flossen: Die Rückenflosse hat 11, die Afterflosse 22-26 Strahlen. Die Brustflossen reichen nicht bis zum Bauchflossenansatz. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 44-50 Schuppen. Färbung: Der Rücken ist grau- bis schwarzgrün gefärbt. Die Flanken sind heller, der Bauch weiß bis rötlich und silberglänzend. Alle Flossen haben eine dunkelgraue Farbe, der Ansatz von Brust- und Bauchflossen ist zusätzlich rötlich gefärbt .
Ökologische Ansprüche: : Der Güster kommt als ein gesellig lebender Schwarmfisch in stehenden wie auch in langsam fließenden Gewässern (Brassenregion) vor. Hier lebt er bevorzugt in Ufernähe zwischen Wasserpflanzen. Seine Nahrung besteht aus kleinen, bodenbewohnenden Wirbellosen (Muscheln, Schnecken, Würmern) und teilweise auch aus Wasserpflanzen. Er stellt keine großen Ansprüche an die Wasserqualität.
Zur Laichzeit (Mai - Juni) zieht der Güster in großen Schwärmen an flache, krautreiche Uferbereiche. Hier legt er nachts unter heftigen Paarungsspielen seine ca. 2 mm großen, klebrigen Eier (l7.000 - 100.000/Weibchen) an Pflanzenstengeln ab.
Vorkommen in Europa: Güster sind nördlich der Alpen und Pyrenäen in ganz Europa verbreitet. Sie fehlen in Nordskandinavien, Nordengland und Irland.

Häsling

Lateinischer Name: Leuciscus leuciscus L.

Weitere Namen: Hasel, Dace (engl.), Vandoise vraie (frz.)

Merkmale: Größe: 15-20 cm, max. bis 30 cm. Körperform: Der Hasel hat, je nach Wohngebiet, einen mehr oder weniger langgestreckten, annähernd drehrunden Körper. Am kleinen Kopf befindet sich eine enge und leicht unterständige Mundspalte. Flossen: Die Rückenflosse ist 10- bis 11-strahlig. Die Afterflosse hat 10-12 Strahlen und ist am Rand
eingebuchtet. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 47-53 große Schuppen. Färbung: Der Rücken des Hasel ist dunkel und glänzt blau. Die Seiten sind gelblich gefärbt und silberglänzend. Der Bauch ist weißlich. Brust- und Bauchflossen sowie die Afterflosse zeigen eine gelbliche bis orangefarbene Tönung. Die Seitenlinie ist häufig oben und unten dunkel eingefaßt .
Ökologische Ansprüche: Der Hasel bewohnt vor allem klare, sauerstoffreiche Fließgewässer von der Äschen- bis zur Brassenregion. Er ist eine ausgesprochen rheophile (strömungsliebende) Fischart. Der Hasel hält sich schwarmweise in oberflächennahen Wasserschichten auf. Er ist ein Kleintierfresser (Wasserund Luftinsekten, Schnecken, Würmer).
Die Laichzeit erstreckt sich von März - Mai. Auf den Laichgründen - kiesige Flachwasserbereiche mit Pflanzenbewuchs - werden die 2 - 2,5 mm großen Eier (2.000 - 20.000/Weibchen) abgelegt.
Vorkommen in Europa: Der Hasel kommt in ganz Mittel- und Osteuropa vor. Er fehlt in Schottland, Irland, Griechenland, Italien und auf der Pyrenäenhalbinsel.

Hecht

Lateinischer Name:Esox lucius L.

Weitere Namen: Wasserwolf, Häk, Heekt, Pike (engl.), Brochet (frz.)

Merkmale: Größe: Männchen max. bis 1 m, Weibchen bis max. 1,5 m. Gewicht: Bis zu 35 kg. Körperform: Der Hecht hat einen langgestreckten Körper, der seitlich nur wenig abgeflacht ist. Der lange Kopf weist eine flache, entenschnabelförmige Schnauze mit sehr weiter Mundspalte auf. Die Rückenflosse ist weit nach hinten verlagert. Schuppen: Der Hecht besitzt 110- 130 kleine Schuppen entlang der mehrfach unterbrochenen Seitenlinie. Färbung: Die Färbung kann je nach Wohngewässer sehr stark variieren. Der Rücken ist bräun- oder grünlich. Die Flanken sind heller und tragen dunkle Querbinden. Der Bauch ist weiß bis gelblich gefärbt. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse zeigen unregelmäßige, dunkle Flecken. Einjährige Fische, die an pflanzenreichen Uferstellen leben, sind meist hellgrün (Grashechte) .
Ökologische Ansprüche: Der Hecht lebt als Standfisch sowohl in der Uferregion von krautreichen, klaren Seen als auch in Flüssen mit geringer Strömungsgeschwindigkeit. Im Ostseeraum geht er auch ins Brackwasser.
Der Hecht bewohnt - als Einzelgänger - je nach Alter und Gewässergegebenheiten unterschiedlich große Reviere. Mit der Anzahl dieser Reviere (reichstrukturiert; Deckungsmöglichkeiten) ist gleichzeitig die maximale Zahl von Hechten in einem Gewässer festgelegt. Der Hecht ist ein optisch orientierter Raubfisch, der sich vorwiegend von Fischen ernährt. Auch die eigenen Artgenossen werden nicht verschont (Kannibalismus!).
Im Frühjahr (Februar-Mai) wandern die Hechte zu den Laichplätzen. Die klebrigen Eier (etwa 40.000/kg Körpergewicht; 2,5-3 mm Durchmesser) werden an flachen, pflanzenreichen Uferstellen, in Gräben, Altarmen oder auf überschwemmten Wiesen abgelegt. Die Laichablage erfolgt in mehreren Portionen und kann sich bis zu 4 Wochen erstrecken.
Vorkommen in Europa: Die Verbreitung des Hechtes erstreckt sich über Nordasien, Europa und Nordamerika. In Europa existiert nur eine Art dieser Fischfamilie.

Karausche

Lateinischer Name:Carassius carassius L.

Weitere Namen: Schneiderkarpfen, Bauernkarpfen, Moorkarpfen, Crucian carp (engl.), Carassin (franz.)

Merkmale: Größe: 20-35 cm, in nahrungsreichen Gewässern maximal 50 cm. Gewicht: maximal 3 kg. Körperform: Die Karausche hat einen gedrungenen, hochrückigen Körper, der seitlich zusammengedrückt ist. Sie besitzt keine Barteln. Flossen: Der Rand der hohen Rückenflosse ist nach außen gewölbt. Sie hat 17 bis 25 Strahlen, wobei der erste Strahl weich und biegsam ist. Der Hinterrand ist nur schwach gesägt. Die Schwanzflosse ist leicht eingekerbt. Die Afterflosse hat 8-11 Strahlen. Schuppen: Die Karausche hat große Schuppen, entlang der Seitenlinie können 31 bis 55 gezählt werden. Färbung: Der Rücken ist braun und hat einen grünlichen Glanz. Die Flanken sind heller und haben eine gelblich braune Färbung. Auf dem Schwanzstiel befindet sich ein dunkler Fleck. Der Bauch ist gelb bis schmutzig-weiß . Bauch-, Brust- und Afterflossen schimmern leicht rötlich.
Ökologische Ansprüche: Die Karausche bevorzugt kleine, pflanzenreiche, stehende Gewässer. Da sie sehr anpassungsfähig ist, kann sie aber auch in Flüssen mit geringer Strömungsgeschwindigkeit und im Brackwasser vorkommen. Indem sie sich in den Bodenschlamm eingräbt, kann sie sogar ein kurzzeitiges Trockenfallen des Gewässers überleben.
Als Nahrung dienen kleine wirbellose Tiere (Würmer, Wasserflöhe, Muscheln, Schnecken, Insektenlarven) und Pflanzen. In der Laichzeit (Mai bis Juni) legen die Weibchen bei einer Wassertemperatur von mindestens 14 °C 150.000 bis 300.000 klebrige, 1 bis 1,5 mm große Eier portionsweise an Wasserpflanzen ab (phytophiler Laicher).
Vorkommen in Europa: Die Karausche kommt in Mitteleuropa bis zur Lena in Ostsibirien vor. Ausnahmen sind Nordskandinavien, Nordengland, Irland, Nordspanien, Italien, Westjugoslawien und das Alpengebiet.

Karpfen

Lateinischer Name: Cyprinus carpio L.

Weitere Namen: Wild-, Spring-, Fluß-, Moor-, Leder-, Zeilen-, Spiegel-, Schuppen-, Nacktkarpfen, Carp (engl.), Common carp (engl.), Carpe (frz.)

Merkmale: Größe: 25-75 cm, max. bis 120 cm. Gewicht: Bis zu 30 kg. Körperform: Der Körper der Stammform des Karpfens ist gestreckt und seitlich etwas abgeflacht. Am endständigen und vorstülpbaren Mund sitzen 4 Bartfäden. Flossen: Die Rückenflosse hat 20-26, die Afterflosse 8 Strahlen. Die Schwanzflosse ist deutlich zweizipfelig. Schuppen: Der Karpfen hat große Schuppen; 33-40 liegen entlang der Seitenlinie .
Ökologische Ansprüche: Der Karpfen bevorzugt warme, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs und weichem Bodengrund. Er ist relativ unempfindlich gegenüber Schwankungen des pH-Wertes und des Sauerstoffgehaltes. Tagsüber ist er scheu und hält sich meist in tieferen Gewässerbereichen oder in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden. Als Nahrung dienen vorwiegend Bodentiere (Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven), die durch Vorstülpen des Maules aufgenommen werden.
Die Laichzeit des Karpfens fällt in die Zeit von Mai - Juli bei Temperaturen von 18 - 20  C. Die ca. 1 mm großen Eier (100.000 - 200.000/kg Körpergewicht) werden in flachen Uferbereichen unter heftigen Laichspielen an Wasserpflanzen angeklebt.
Vorkommen in Europa: Die Wildform des Karpfens (Schuppenkarpfen) war ursprünglich nur in den Flußsystemen des Schwarzen und Kaspischen Meeres beheimatet. Der Karpfen wurde schon im Altertum vom Menschen weiter verbreitet und ist heute in ganz Europa - mit Ausnahme Skandinaviens - zu finden.

Kaulbarsch

Lateinischer Name: Gymnocephalus cernua L.

Weitere Namen: Rotzbarsch, Schroll, Pfaffenlaus, Stone Perch (engl.), Pope (engl.), Ruffe (engl.), Grémi (frz.)

Merkmale: Größe: 12-15 cm, max. 25-30 cm. Gewicht: Bis zu 500 g. Körperform: Der Körper des Kaulbarsches ist leicht hochrückig und gedrungen geformt. Seine Schnauze ist spitz, die Stirn breit. Flossen: Der Kaulbarsch besitzt eine ungeteilte Rückenflosse mit 12-16 Stachel- und 11-15 Gliederstrahlen. Die Afterflosse hat 2 Stachel- und 5-6 Gliederstrahlen. Schuppen: Entlang einer Längsreihe liegen 35-40 Schuppen. Färbung: Rücken und Flanken sind oliv- bis graugrün gefärbt und zeigen unregelmäßig verteilte, dunkle Flecken. Die Brust hat einen rötlichen Schimmer. Der Bauch ist weiß bis hellgrünlich. Auf Rücken- und Schwanzflosse sind dunkle Fleckenreihen sichtbar (TEROFAL 1984).
Ökologische Ansprüche: : Der Kaulbarsch lebt bevorzugt in den Flußunterläufen und Aestuaren der großen Flüsse (Barbenregion bis Kaulbarsch-Flunderregion), im Brackwasserbereich von Nord- und Ostsee sowie in Seen und Haffen. Nachts hält er sich in bodennahen Bereichen auf, um tagsüber schwarmweise auf Nahrungssuche zu gehen. Er ernährt sich von Zuckmückenlarven, Kugelmuscheln sowie von Fischlaich. Die Laichzeit erstreckt sich von März bis Mai bei Wassertemperaturen von 10 - 15  C. Oft schließen sich die Fische zu großen Schwärmen zusammen, um gemeinsam an flachen Uferbereichen abzulaichen. Hierbei werden die ca. 0,5 -1 mm großen Eier (50.000 -100.000 Stück/Weibchen) in gallertigen Schnüren oder Klumpen vorwiegend an Steinen abgelegt.
Vorkommen in Europa: Der Kaulbarsch ist außer in Irland, Schottland und Nordnorwegen in fast ganz Nord- und Mitteleuropa sowie in Sibirien weit verbreitet.

Koppe

Lateinischer Name: Cottus gobio L.

Weitere Namen: Groppe, Mühlkoppe, West-Groppe, Bullhead (engl.), Miller's thumb (engl.), Chabot

Merkmale: Größe: 10-15 cm, max. 18 cm. Körperform: Die Koppe hat einen keulenförmigen, schuppenlosen Körper. Der Kopf ist breit und abgeplattet. Flossen: Die Koppe besitzt 2 Rückenflossen, von denen die erste 5-9 Stachelstrahlen und die zweite 13-19 Gliederstrahlen hat. Die Afterflosse hat 10-15 Gliederstrahlen. Die Koppe besitzt große Brustflossen, deren untere Strahlen verstärkt sind und über die Flossenhaut hinausragen. Die Bauchflossen sind brustständig; ihr innerer Strahl ist nur wenig kürzer als der äußere. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Schuppen: Die in der Flankenmitte verlaufende Seitenlinie zieht sich bis zum Ansatz der Schwanzflosse und ist mit 30-35 kleinen Knochenschuppen besetzt .
Ökologische Ansprüche: : Die Koppe bewohnt bevorzugt kleinere, klare und rasch fließende Bäche der Forellenregion. Da sie sehr empfindlich gegenüber Verunreinigungen ist, kann sie als Bioindikator für den ökologischen Zustand eines Gewässers angesehen werden. Intakte Koppenpopulationen zeigen strukturreiche, natürliche bzw. naturnahe Fließgewässer der Forellenregion mit hoher Wasserqualität an. Die Koppe ist ein typischer bodenorientierter (fehlende Schwimmblase!) und nachtaktiver Fisch, der sich tagsüber in Verstecken aufhält. Die Nahrung der Koppe besteht vorwiegend aus wirbellosen Kleintieren (Insektenlarven, Bachflohkrebse). Die Koppe wurde früher - zu Unrecht - als gefährlicher Brut- und Laichräuber für Forellen angesehen und auch "bekämpft". Die Koppe ist im Gegenteil eine wichtige Beute für größere Forellen .
Die Laichzeit fällt - je nach Gewässer - in die Zeit von Februar bis Mai. Das Weibchen legt 100 - 200 Eier (2 - 2,5 mm Durchmesser) unter Steinen oder in einer Art Laichgrube ab. Das Gelege wird anschließend vom Männchen bis zum Schlupf der Jungen bewacht.
Vorkommen in Europa: : Die Koppe kommt in Mitteleuropa hauptsächlich westlich der Elbe bis zu den Pyrenäen vor. Sie fehlt in Irland, Schottland, Norwegen, Süditalien und Süddalmatien. Östlich der Elbe bis Sibirien und in Skandinavien findet sich häufig die sehr ähnliche Ostgroppe oder Sibirische Groppe (Cottus poecilopus [HECKEL]).

Moderlieschen

Lateinischer Name: Leucaspius delineatus [HECKEL]

Weitere Namen: Zwerglaube, Schneiderkarpfen, Mutterloseken, Malinchen, Modke, White aspe (engl.), Able (frz.)

Merkmale: Größe: 6-9 cm, max. 12 cm. Körperform: Das Moderlieschen hat einen spindelförmigen, seitlich etwas abgeflachten Körper, der zwischen Bauchund Afterflosse eine kielförmige Bauchkante aufweist. Flossen: Die Rückenflosse hat 10-11, die Afterflosse 14-20 Strahlen. Schuppen: In einer Längsreihe befinden sich 44-48 große, silberglänzende Schuppen, die leicht abfallen. Färbung: Der Rücken ist bräunlich bis olivfarben. Die Flanken glänzen stark silbern und haben einen blauen Schimmer. Der Bauch ist weißlich. Über die Seiten des Körpers zieht sich ein blauer Längsstreifen, der besonders auf dem Schwanzstiel deutlich zu sehen ist .
Ökologische Ansprüche: Das Moderlieschen bewohnt als ein geselliger Oberflächenfisch vorwiegend pflanzenreiche Kleingewässer, Gräben, versumpfte Weiher, flache Seen und langsam fließende Gewässer. Schnell fließende Bäche sowie Höhenlagen über 400 m werden gemieden. Das Moderlieschen ernährt sich vorwiegend von Luftinsekten (Anflugnahrung), Wasserflöhen und Hüpferlingen (Zooplankton) sowie von Algen.
Zur Laichzeit, die in den Monaten April - Juni liegt, werden die ca. 1 mm großen Eier in Form von Bändern oder Spiralen um Pflanzenstengel geklebt. Das Ablaichen kann sich über mehrere Wochen erstrecken. Das Männchen übernimmt anschließend die Bewachung und Betreuung des Geleges bis zum Schlupf der Brut.
Vorkommen in Europa: Das Moderlieschen kommt in Mittel- und Osteuropa vor. Es fehlt in England, Südfrankreich, auf der Pyrenäenhalbinsel und in Italien.

Quappe

Lateinischer Name: Lota lota L.

Weitere Namen: Rutte, Trüsche, Aalquappe, Burbot (engl.), Lote (frz.)

Merkmale: Größe: 30-60 cm, max bis 80 cm. Gewicht: Bis zu 8 kg. Körperform: Der langgestreckte Körper ist vorne walzenförmig und hinten seitlich zusammengedrückt. Der Kopf ist breit und flach. Flossen: Es gibt 2 Rückenflossen. Die vordere hat 9-16 Strahlen, die hintere hat 67-85. Die Afterflosse ist mit 65-78 Strahlen genauso lang wie die hintere Rückenflosse. Die Bauchflossen sind kehlständig. Nur die Schwanzflosse ist abgerundet. Schuppen: Die Schuppen sind klein und dünn und haben eine rundliche Form. Färbung: Der Rücken ist in der Frundfärbung braun, gelboliv bis grün. Zusätzlich hat er eine undeutliche, dunkle Marmorierung. Die Flanken sind heller und haben eine gelbliche Färbung. Der Bauch ist weißlich .
Ökologische Ansprüche: Die Quappe ist ein Grundfisch in tiefen Seen und klaren, sauerstoffreichen Fließgewässern mit geringerer Strömungsgeschwindigkeit. Sie ist aber auch imstande, Forellenbäche bis zu 1.200 m Höhe sowie die Brackwasserbereiche der Ostsee zu besiedeln.
Tagsüber hält sich die Quappe in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden. Sie ernährt sich von kleinen Wirbellosen (Insektenlarven, Muscheln, Schnecken) und von Fischen. Quappen können in unseren Gewässern Längen bis zu 80 cm und Gewichte bis zu 8 kg erreichen.
Die Laichzeit fällt in die Monate Dezember - März (Winterlaicher). Zuvor werden oft noch kurze Laichwanderungen flußaufwärts durchgeführt. Bei Temperaturen zwischen 0,5 - 4  C werden die ca. 1 mm großen Eier (rund 1.000.000/kg Körpergewicht) abgelegt. Aufgrund einer großen Ölkugel schweben die Eier frei im Wasser
Vorkommen in Europa: Die Quappe lebt in fast ganz Europa nördlich des Balkans, der Pyrenäen und des Apennin. Im Osten erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet bis Mittelsibirien.

Rapfen

Weitere Namen: Schied, Asp (engl.)

Merkmale: : Größe: 50-75 cm, max. bis 120 cm (12 kg). Körperform: Der Körper ist langgestreckte und seitlich etwas zusammengedrückt. Die Augen sind klein. Der Kopf ist zugespitzt und besitzt einen verlängerten Unterkiefer mit einem Höcker, der in die Kerbe des Oberkiefers paßt. Die Mundspalte ist endständig. Flossen: Die Rückenflosse hat 10-11 Strahlen, die Afterflosse 15-18 Strahlen und ist am Rand sichelförmig eingebuchtet. Schuppen: Entlang der Seitenlinie befinden sich 64-76 kleine Schuppen. Färbung: Der Rücken hat eine olivgrüne Färbung und schimmert bläulich. Die Flanken sind heller und haben eine glänzende gelbliche Farbe. Die Bauchseite ist silbrig-weiß. Brust-, Bauch- und Afterflosse sind rötlich .
Ökologische Ansprüche: Der Rapfen bewohnt überwiegend Fließgewässer, kommt aber auch in größeren Seen und Haffen vor . Die Jungfische leben in kleinen Schulen in Ufernähe. Mit zunehmenden Alter werden sie zu Einzelgängern, die sich in der Flußmitte aufhalten. Die Laichzeit ist von April bis Juni. Die Eiablage erfolgt an stark überströmten Kiesbänken; ein Weibchen von 2-3 kg Gewicht kann 80000 bis 1000000 Eier ablaichen, die am Geröllgrund haften. Brutdauer 10-17 Tage. Die Geschlechtsreife tritt im 4.-5.Lebensjahr ein. Als Jungfische dienen dem Rapfen überwiegend Kleintiere aller Art als Nahrung. Im Alter werden Fische, Frösche, Wasservögel und Kleinsäuger gefressen.
Vorkommen in Europa: Der Rapfen kommt von der Elbe bis zum Ural und dem Kaspischen Meer sowie im südlichen Skandinavien vor. Eine Unterart (A. a. taeniatus) lebt als Wanderfisch im südlichen Kaspischen Meer.

Regenbogenforelle

Lateinischer Name: Oncorhynchus mykiss

Weitere Namen: Stahlkopf-Forelle, Rainbow Trout (engl.),
Steelhead Trout (engl.), Truite arc-en-ciel (frz.)

Merkmale: Größe: 25-50 cm, maximal bis 70 cm. Gewicht: bis 7 kg, in ihrer ursprünglichen Heimat (Nordamerika) können sie bis zu 20 kg schwer werden. Körperform: Der Körper ist langgestreckt, seitlich etwas zusammengedrückt mit hohem Schwanzstiel. Der Kopf ist stumpfschnauzig und besitzt eine weite Mundspalte. Flossen: Zwischen Rücken- und Schwanzflosse befindet sich - wie bei allen Lachsfischen - eine Fettflosse. Schuppen: Die Regenbogenforelle hat kleine Schuppen. Entlang der Seitenlinie zählt man 135-150, zwischen Fettflosse und Seitenlinie - einschließlich der Seitenlinienschuppen - 14-19 (meist 16) Schuppen. Färbung: Auf dem Körper, dem Kopf, der Rücken-, Schwanz-, und Fettflosse befinden sich viele schwarze Punkte. Die Flanken sind mit einem breiten rötlichen Längsband gekennzeichnet.
Ökologische Ansprüche: Im Gegensatz zu der Bachforelle ist die Regenbogenforelle weniger empfindlich: Sie ist weniger sauerstoffbedürftig, unempfindlicher gegenüber erhöhten Wassertemperaturen, weniger auf Deckungsmöglichkeiten angewiesen und schnellwüchsiger.
Die Nahrung freilebender Tiere besteht aus Wasser- und Luftinsekten sowie aus kleineren Fischen.
Die Laichzeit geht von Dezember bis Mai. Das Laichverhalten ist ähnlich dem der Bachforelle.
Vorkommen in Europa: : Die Regenbogenforelle stammt aus dem Westen Nordamerikas (Kalifornien) und wurde 1882 eingeführt.

Rotauge

Lateinischer Name:Rutilus rutilus L.

Weitere Namen: Plötze, Riddau, Bleier, Roach (engl.), Gardon blanc (frz.)

Merkmale: Größe: 25-30 cm, max. 50 cm. Gewicht: ca. 1 kg. Körperform: Der Körper des Rotauges ist, abhängig vom Alter und Wohngewässer, mehr oder weniger hochrückig und seitlich abgeflacht. Auffallend sind die roten Augen. Flossen: Die Brustflossen haben 16, die Rückenflosse hat 12-14 und die Afterflosse 12-14 Strahlen. Schuppen: Entlang der Seitenlinie liegen 39- 48 (meist 42-45) große Rundschuppen. Färbung: Am Rücken ist das Rotaugen dunkelgrün bis blaugrün gefärbt. Die Flanken sind silberfarben, mit gelblichem Schimmer. Während der Laichzeit zeigt der Bauch einen rötlichen Glanz. Brust- und Bauchflossen sowie die Afterflosse sind rötlich gefärbt .
Ökologische Ansprüche: Das Rotauge bewohnt - als eine äußerst anpassungsfähige (euryöke) Fischart - nahezu alle Arten von Gewässern: Seen bis in 1.700 m Höhe, stehende und fließende Gewässer sowie das Brackwasser von Nord- und Ostsee. Lediglich Gewässer mit stärkerer Strömung (Forellenregion) werden gemieden.
Rotaugen sind Schwarmfische, die sich bevorzugt in flachen und pflanzenreichen Uferbereichen aufhalten. Sie fressen vorwiegend Kleintiere (Würmer, Krebse, Muscheln, Schnecken, Insektenlarven) aber auch Wasserpflanzen. Je nach Gewässer und Nahrungsangebot können Körperform und Färbung stark differieren.
Die Laichzeit liegt in den Monaten April und Mai bei einer Wassertemperatur von mindestens 10  C. Teilweise werden auch kurze Wanderungen flußauf zu den laichplätzen, flachen und krautreichen Uferbereichen, unternommen. Hier werden unter heftigen Paarungsspielen die ca. 1- 2 mm großen, klebrigen Eier (50.000 -100.000/Weibchen) an Pflanzenstengeln abgelegt. In regulierten Gewässern sind die Fische aber auch imstande, in freien strömenden Gewässerabschnitten zu laichen .
Vorkommen in Europa: Das Rotauge kommt von Sibirien bis zu den Pyrenäen vor. Es fehlt südlich der Alpen, in West-Schweden, in Norwegen nördlich des Mjösen und in Irland.

Rotfeder

Lateinischer Name:Scardinius erythrophthalmus L.

Weitere Namen: Unechtes Rotauge, Rötel, Rotblei,
Red-eye (engl.), Rudd (engl.), Rotengle (frz.)

Merkmale: Größe: 20-30 cm, max. bis 50 cm. Gewicht: 250-300 g, max. 2-3 kg. Körperform: Rotfedern haben einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die Bauchkante ist zwischen Bauchflossen und After gekielt. Flossen: Das Vorderende der Rückenflosse liegt deutlich hinter dem Bauchflossenansatz. Die Brustflossen haben 16-17 Strahlen, die Rückenflosse hat 10-12 und die Afterflosse 12-14 Strahlen. Schuppen: Die Rotfeder besitzt 40-43 große Rundschuppen entlang der Seitenlinie. Färbung: Rücken und Kopfoberseite sind graugrün bis braungrün gefärbt. Die Flanken sind heller und glänzen messingfarben. Die Bauchseite ist silberfarben. Bauchflossen, After- und Rückenflosse sind orangefarben bis blutrot, am Ansatz bräunlich bis grau .
Ökologische Ansprüche: Die Rotfeder ist ein Schwarmfisch, der sich bevorzugt in stehenden (Seen, Teiche, Weiher) und langsam fließenden Gewässern aufhält. Hier besiedelt sie vorwiegend flache, weichgründige und pflanzenreiche Bereiche. Die adulten Rotfedern ernähren sich hauptsächlich von Wasserpflanzen (Laichkräuter, Tausendblatt, Wasserpest u.a.) und in geringerem Maße von Wirbellosen der Uferzone.
Zur Laichzeit (Mai - Juli) suchen die Tiere schwarmweise flache, dicht bewachsene Uferstellen auf. Hier werden die klebrigen, ca. 1,5 mm großen Eier (100.000 - 200.000/Weibchen) an Wasserpflanzen abgelegt. Da die Rotfedern oft mit anderen Cypriniden zusammen ablaichen, kommt es gelegentlich zur Bastardierung mit anderen Arten.
Vorkommen in Europa: Die Rotfeder kommt in Europa vom Ural bis zu den Pyrenäen vor. Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt in Finnland, die südliche am Tiber (Italien) und in Mazedonien.

Schlammpeitzger

Lateinischer Name: Misgurnus fossilis

Weitere Namen: Schlammbeißer, Wetterfisch,
Schlammschmerle, Bougfish (engl.), Loche d´étang
(franz.), Misgurne (franz.)

Merkmale: Größe: 20-25 cm, maximal bis 30 cm. Körperform: Der Schlammpeizger hat einen walzenförmigen Körper, der vorne fast drehrund ist und hinten seitlich etwas zusammengedrückt. Die Haut ist schleimig. Die Mundsparte ist eng und unterständig. Von den 10 Barfäden kommen 6 am Oberkiefer vor und 4 am Unterkiefer. Die vordere Nasenöffnung ist röhrenförmig. Im Gegensatz zu den Cobitis-Arten (z.B. Steinbeißer) hat der Schlammpeizger keinen Augendorn. Flossen: Die Rückenflosse hat 8-9, die Afterflosse 7-8 Strahlen. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Schuppen: Der Körper ist von kleinen Schuppen bedeckt. Die Seitenlinie ist unvollständig. Färbung: Die Rückenseite ist dunkelbraun, die Flanken sind heller. Sie sind lederfarben und haben ein breites, schwarz-braunes Längsband. Ober- und unterhalb dieses Bandes befindet sich ein dunkler Längsstreifen. Der Bauch ist hell .
Ökologische Ansprüche: : Der nachtaktive Schlammpeizger bevorzugt stehende Gewässer (Altarme, Gräben, Teiche) mit schlammigem, pflanzenreichem Grund. Derartige Gewässer haben häufig einen niedrigen Sauerstoffgehalt und können zeitweise trockenfallen. An den niedrigen Sauerstoffgehalt hat sich der Schlammpeizger angepaßt, indem er die Fähigkeit zur Darmatmung erworben hat. Er kann an der Wasseroberfläche Luft schlucken und den Gasaustausch (Atmung) im Darm vollziehen. Außerdem ist er imstande, bis zu 70 % seines Sauerstoffbedarfs über die Haut zu decken (Hautatmung). Bei sehr geringen Wasserständen und im Winter gräbt er sich im Schlamm ein und verfällt in eine Art Dauerschlaf, der bei ungünstigen Bedingungen bis zu einem Jahr dauern kann.
Gegenüber Luftdruckschwankungen ist der Schlammpeizger jedoch sehr empfindlich. Bei nahendem Gewitter zeigt er ein unruhiges Verhalten, weshalb er auch Wetterfisch genannt wird.
Die Nahrung besteht aus Muscheln, Insekten und Schnecken. In der Laichzeit (April bis Juni) legen die Weibchen ca. 70.000-150.000 Eier von 1,5 mm Durchmesser an Wasserpflanzen ab (phytophiler Laicher).Die Eiablage erfolgt portionsweise und kann sich über mehrere Wochen erstrecken. Die Larven besitzen vorübergehend fadenförmige äußere Kiemen, als Anpassung an den niedrigen Sauerstoffgehalts der Wohngewässer.
Vorkommen in Europa: Der Schlammpeizger kommt in Mittel- und Osteuropa vor. Ausnahmen sind Großbritannien und Skandinavien, sowie die Zuflüsse des nördlichen Eismeeres.

Schleie

Lateinischer Name: Tinca tinca L.

Weitere Namen:Schlüpfling, Schuster, Tench
(engl.), Tanche (frz.)

Merkmale: Größe: 20-30 cm, max. bis 60 cm. Gewicht: 6-8 kg. Körperform: Die Schleie hat einen gedrungenen, kräftigen Körper mit hohem Schwanzstiel. Flossen: Die Rückenflosse hat 12-13, die Afterflosse 9-11 Strahlen; alle Flossen sind abgerundet. Die Männchen haben verlängerte Bauchflossen, deren 2. Strahl verdickt ist. Die Schwanzflosse ist nur schwach eingebuchtet. Schuppen: Die Schleie besitzt 95-100 Schuppen entlang der Seitenlinie. Sie sind sehr klein und liegen tief in der Oberhaut. Färbung: Der Rücken ist meist dunkelgrün oder -braun; die Flanken sind heller und haben einen Messingglanz. Der Bauch ist gelblichweiß .
Ökologische Ansprüche: Die Schleie bewohnt langsam fließende, weichgründige Gewässer (Brassenregion) sowie flache, warme und krautreiche Seen (HechtSchleisee). Hier hält sie sich tagsüber am Grund zwischen dichten Pflanzenbeständen auf und wird erst in der Dämmerung aktiv. Als äußerst anpassungsfähige (euryöke) Art verträgt sie sowohl niedrigste Sauerstoffgehalte als auch hohe pH-Werte. Die Schleie ernährt sich vorwiegend von kleinen bodenlebenden Wirbellosen (Insektenlarven, Schnecken, Muscheln) sowie gelegentlich auch von Pflanzen. Die Laichzeit fällt in die Monate Mai - Juli bei einer Wassertemperatur von 18 - 20  C. Die Fische schließen sich vorher zu Schwärmen zusammen und suchen flache, durchsonnte Uferbereiche mit dichtem Unterwasserpflanzenbewuchs auf. Hier werden die ca. 0,8 -1 mm großen, klebrigen Eier (300.000 - 900.000/Weibchen) abgelegt. Die Eiablage erfolgt portionsweise im Abstand von 2 Wochen und kann sich über 2 Monate erstrecken.
Vorkommen in Europa: : Die Schleie ist im größten Teil Europas mit Ausnahme von Griechenland, Nordirland und Nordskandinavien verbreitet. Sie kommt auch im Brackwasser und in den Alpen bis zu 1.600 m über NN vor.

Ukelei

Lateinischer Name: Alburnus alburnus L.

Weitere Namen: Laube, Ückelei, fälschlich: Schneider, Bleak (engl.), Ablette (frz.)

Merkmale: Größe: 12-15 cm, max. 25 cm. Körperform: Die Ukelei hat einen schlanken, seitlich abgeflachten Körper. Flossen: Die Rückenflosse hat 11-12, die Afterflosse 18-23 Strahlen. Die Afterflosse ist deutlich länger als die Rückenflosse. Ihr Ansatz liegt unter dem hinteren Ende der Rückenflosse. Schuppen: Die Ukelei besitzt 46-53 mittelgroße Schuppen entlang der Seitenlinie. Färbung: Der Rücken ist grau- bis blaugrün gefärbt. Die Flanken und der Bauch sind stark silberglänzend. Rücken- und Schwanzflosse haben eine hellgraue bis grünliche Farbe. Paarflossen und Afterflosse sind weißlich mit orangefarbenem Ansatz .
Ökologische Ansprüche: Der Ukelei lebt als Schwarmfisch in stehenden und langsam fließenden, größeren Gewässern (Barben- und Brassenregion). Hier hält er sich bevorzugt an der Oberfläche sowohl der Freiwasser - als auch der Uferzone auf. Trübe Gewässer, stärkere Strömungen und Bereiche mit dichtem Pflanzenwuchs werden gemieden. Der Ukelei ernährt sich von Plankton (Wasserflöhe, Mückenlarven) und Anflugnahrung (Luftinsekten).
Die Laichzeit fällt in die Zeit von April - Juni. Unter heftigen Paarungsspielen werden nachts portionsweise 1.500 - 2.000 klebrige Eier (Durchmesser 1,5 mm) an flachen, kiesigen Stellen auf Steinen und Pflanzen abgelegt.
Vorkommen in Europa: Der Ukelei ist nördlich der Alpen und der Pyrenäen in fast ganz Europa mit Ausnahme von Irland, Schottland und Nordskandinavien verbreitet.

Wels

Lateinischer Name: Silurus glanis L.

Weitere Namen:Waller, Sheat-fish (engl.), Silure (frz.)

Merkmale: Größe: 1-2 m, max. bis 3 m. Gewicht: Bis zu 150 kg. Körperform: Der Wels hat einen langgestreckten, schuppenlosen und schleimigen Körper. Der Kopf ist breit und abgeplattet. Flossen: Die Rückenflosse hat 3-5, die Afterflosse 84-92 Strahlen. Der vordere Brustflossenstrahl ist an Spitze und Hinterkante gesägt. Färbung: Der Rücken ist schwärzlichblau, braun oder grünlich gefärbt. Die Flanken sind heller und haben eine dunkle Marmorierung. Die Bauchseite ist schmutzigweiß und schimmert rötlich .
Ökologische Ansprüche: : Der Wels bewohnt bevorzugt große, warme Seen und tiefe, langsam fließende Flüsse mit weichem Bodensubstrat. Er ist ein ausgesprochen dämmerungs- und nachtaktiver, bodenorientierter Raubfisch, der sich tagsüber in Verstecken aufhält. Er ernährt sich von Würmern, Schnecken, Insekten, Krebsen und Fischen sowie mit zunehmender Größe auch von Fröschen, Mäusen, Ratten und Vögeln.
Die Laichzeit fällt in die Zeit von Mai - Juni bei Temperaturen von 18  C. An flachen, pflanzenbewachsenen Uferbereichen wird eine Art "Nest" angelegt. In dieses werden die ca. 2 - 3 mm großen, klebrigen Eier (ca. 30.000/kg Körpergewicht) abgelegt. Das Gelege wird anschließend vom Männchen bewacht und gepflegt.
Vorkommen in Europa: Der Wels kommt in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas, im Brackwasser der Ostsee und im Schwarzen Meer vor.

Zährte

Lateinischer Name: Vimba vimba L.

Weitere Namen: Blaunase, Rußnase, Vimba bream (engl.), Zanthe (engl.), Zanthe (frz.)

Merkmale: : Größe: 20-35 cm, max. bis 50 cm. Gewicht: Bis über 1 kg. Körperform: Die Zährte hat einen gestreckten, seitlich zusammengedrückten Körper. Er ist ca. 4mal so lang wie hoch. Flossen: Die Rückenflosse hat 11 Strahlen, die Afterflosse 20-25. Schuppen: Die Zährte besitzt 53-61 Schuppen entlang der Seitenlinie. Färbung: Der Rücken ist dunkelgrau bis bläulich. Die Flanken sind heller und haben eine silberne Farbe. Der Bauch ist weiß. Während der Laichzeit ist bei den Männchen der Kopf und die Körperoberseite bis zur Mittellinie schwarz, die Bauchseite ist einschließlich der Lippe und Kehle orangefarben bis rot. Die Paarflossen und die Afterflosse sind rot, die Rücken- und die Schwanzflosse sind schwarz bis blauschwarz. Zährten werden daher auch Rußnase oder Blaunase genannt (TEROFAL 1984).
Ökologische Ansprüche: : Die Zährte lebt gesellig - teilweise als Standform, teilweise als Wanderform - am Grund von langsam fließenden Gewässern (Brassenund Kaulbarsch-Flunderregion). Hier hält sie sich bevorzugt in Ufernähe auf. Sie ernährt sich vorwiegend von kleinen Bodentieren (Würmer, Insekten, Schnecken, Muscheln).
Zur Laichzeit (Mai - Juli) wandern die Fische in Schwärmen flußaufwärts, um an flachen kiesigen oder pflanzenreichen Uferbereichen abzulaichen. Die Eiablage erfolgt meist nachts und in Portionen, wobei insgesamt 80.000 - 300.000 Eier/Weibchen von 1,4 mm Durchmesser abgelegt werden. Danach wandern die Fische in ihre angestammten Gebiete zurück.
Vorkommen in Europa: Die Zährte kommt in verschiedenen Flußsystemen Mittel- und Osteuropas vor. Dort besiedelt sie in der Regel die Unterläufe, sowie die Mündungsgebiete, dringt aber auch relativ weit ins Salzwasser von Nordund Ostsee sowie des Schwarzen Meeres vor. Sie bildet verschiedene lokale Rassen und Unterarten aus.

Zander

Lateinischer Name: Stizostedion lucioperca L.

Weitere Namen: Schill, Sandart,,Pike-perch (engl.), Sandre (frz.)

Merkmale: Größe: 40-70 cm, max. bis 120 cm. Gewicht: 12-15 kg, max. 19 kg. Körperform: Der Zander hat einen langgestreckten und hechtähnlichen Körper (Hechtbarsch). An der langen, spitzen Schnauze liegt eine weite, endständige Mundspalte. Flossen: Die 2 Rückenflossen sind etwa gleich lang. Die erste hat 13-15 Stachelstrahlen, die zweite 1-2 Stachel- und 19-23 Gliederstrahlen. Die Afterflosse besitzt 2 Stachel- und 11-13 Gliederstrahlen. Schuppen: Kleine Kammschuppen bedecken den Körper des Zanders; 80- 97 liegen entlang der Seitenlinie. Die Wangen sind nackt oder nur teilweise beschuppt. Färbung: Der Rücken ist dunkel, grünlich bis grau, gefärbt. Die Flanken sind heller. Die Jungfische tragen 8-10 dunkle Querstreifen, die im Alter meist verwaschen sind. Der Bauch ist weißlich. Auf den Rückenflossen befinden sich dunkle Punktreihen und die Schwanzflosse hat kleine, schwarze Flecken .
Ökologische Ansprüche: Der Zander bevorzugt große Flüsse und Seen mit hartem Grund und planktontrübem Wasser. Er ist ein Fisch der Freiwasserzone (Pelagial), der sich nur selten in ufernahen Flachwasserbereichen oder in pflanzenreichen Regionen aufhält. Der Zander ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Fisch, der sich tagsüber in größeren Wassertiefen versteckt. Er ist ein ausgesprochener Raubfisch, der sich vorwiegend von Ukelei, kleinen Rotaugen und Barschen ernährt.
Die Laichzeit fällt in die Zeit von April - Juni, bei Wassertemperaturen von 12 - 15  C. In 0,5 - 3 m Wassertiefe mit hartem Untergrund und Wurzelwerk wird eine Art "Nest" angelegt (säubern des Laichplatzes), das gegenüber Artgenossen verteidigt wird. Hier werden die ca. 1,5 mm großen, klebrigen Eier (150.000 - 200.000/kg Körpergewicht) abgelegt. Das Gelege wird bis zum Schlupf der Jungen vom Männchen bewacht.
Vorkommen in Europa: : Die ursprüngliche Verbreitung des Zanders erstreckt sich östlich der Elbe über Schweden, Finnland, Rußland bis zum Kaspischen Meer. Er fehlte in England, Frankreich, Spanien, Italien und Jugoslawien. Durch Besatzmaßnahmen ist die Art heute in ganz Mittel-, West- und Nordeuropa verbreitet.